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Dezember 2017

Leserbriefe zum Thema Jugendvertretung 

 

In seinem Leserbrief "Recht auf Vertretung" hat sich Gemeinderat Dürrwächter zum Zeitungsbericht der BNN  "Kögelhaus als Treffpunkt für die Jugend?" geäußert. Darin geht es um die Jugendumfrage der Gemeinde und den kürzlich stattgefundenen Workshop mit interessierten Jugendlichen, über den Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle in der letzten Gemeinderatssitzung berichtet hat.

Dürrwächter erhebt darin zum wiederholten Male falsche Vorwürfe gegen seine GemeinderatskollegInnen und die Gemeindeverwaltung, wenn er schreibt: "Es ist kein Geheimnis, dass die politische Gemeinde einen Jugendgemeinderat in Zaisenhausen nicht haben möchte." 

Unser Fraktionsmitglied Volker Geisel hat ihm mit einem Leserbrief in den BNN vom 20.12.2017 folgendermaßen geantwortet:

 

"Thomas Dürrwächter wünscht sich einen Jugendgemeinderat in Zaisenhausen. Das ist eine legitime und im Grunde durchaus unterstützenswerte Forderung. Es gibt viele gute Gründe, die dafür sprechen, Jugendliche auf diese Weise an das politische Geschehen und das Erleben demokratischer Prozesse heranzuführen. Soweit kann ich Thomas Dürrwächter zustimmen.

Der Gemeinderat in Zaisenhausen steht der Idee eines Jugendgemeinderats durchaus offen gegenüber. Wer die letzte Sitzung besucht hat, in der über dieses Thema gesprochen wurde, der weiß, dass genau das auch so von mir gesagt wurde und niemand dem widersprochen hat.

Thomas Dürrwächter und seine Mitstreiterin Petra Ditscheid können das nicht wissen – sie haben beide nicht an der Sitzung des Gemeinderats teilgenommen. So wichtig scheint beiden dieses Thema zu sein …

Offensichtlich hat Thomas Dürrwächter aber vergessen, dass der Gemeinderat sich auch schon früher offen dafür gezeigt hat. Vielleicht hat er es auch nicht hören wollen oder er fehlte auch damals. Einen großen Unterschied gibt es jedoch in der Vorgehensweise:

Die Mehrheit des Gemeinderates würde einen Jugendgemeinderat sicher befürworten, wenn der Wunsch danach von den Jugendlichen unserer Gemeinde geäußert wird. Es scheint uns nicht sinnvoll, diesen quasi „von oben“ zu verordnen.

Erfahrungen aus Städten wie Bretten und Bruchsal zeigen zudem, dass auch dort nicht gerade ein brennendes Interesse der Jugendlichen besteht. Wenn es schon in diesen Städten schwer war, genügend Kandidaten zu finden – wie sollte dies in unserem kleinen Ort leichter sein?

Der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung haben Schritte unternommen, um die Meinung der Jugendlichen zu erfahren. Thomas Dürrwächter spricht es an: Es gab eine schriftliche Umfrage unter Jugendlichen, an der 30 von 90 Jugendlichen teilnahmen. Nach der Auswertung wurden diese 90 Jugendlichen eingeladen, um in einem Workshop über die Ergebnisse zu diskutieren und entsprechende Aktionen darauf abzuleiten.

Zu diesem Workshop erschienen fünf Jugendliche. Man kann nach Gründen suchen, warum nicht mehr Jugendliche daran teilgenommen haben: Lag es am Termin – ein Freitagvormittag in den Herbstferien? War es mangelndes Interesse mancher Jugendlicher, sich mit Fragen zu beschäftigen, die sie selbst betreffen? Oder war es schlicht Ausdruck davon, dass für die meisten Jugendlichen eigentlich vieles ganz in Ordnung ist, was in Zaisenhausen läuft?

Egal wie – wäre die Einführung eines Jugendgemeinderates ein dringender Wunsch der Jugendlichen im Ort, hätten sie Wege gefunden, dies zum Ausdruck zu bringen, sei es beim Workshop oder auf anderen Wegen. Haben sie aber nicht!

Vielleicht fällt es Thomas Dürrwächter schwer zu akzeptieren, dass er mit seiner Forderung nach einem Jugendgemeinderat offenbar nicht den Nerv der Jugend trifft. Zwischen Ideologie und Realität besteht manchmal eine große Kluft.

Traurig finde ich, dass Thomas Dürrwächter der politischen Gemeinde in seinem Leserbrief unterstellt, diese wolle keinen Jugendgemeinderat haben. Damit befinden wir uns wieder einmal im Bereich der „Fake News“, die Thomas Dürrwächter so gerne über unseren Ort verbreitet."