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Gemeinderatssitzung am 26. Oktober 2017

Erschließungsplanung für Flurscheide III

 

In der Oktober-Sitzung stellten die Herren Karsten Schmitt und Hilmar Zapf vom Ingenieurbüro Bioplan die Erschließungsplanung für die Erweiterung des Gewerbegebiets vor. Dieses besitzt eine Bruttofläche von 5,4 ha und wird über die Landesstraße 618 im Süden sowie das bestehende Gewerbegebiet „Flurscheide II“ angebunden. Wichtige Punkte der Planung sind die Entwässerung, die Wasserversorgung sowie der Straßenbau.

Bei der Entwässerung sind die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu beachten, wonach die Gewässerbelastung begrenzt werden muss. Das Wasserhaushaltsgesetz aus dem Jahr 2009 verlangt, die Menge und Schädlichkeit bei der Einleitung von Niederschlagsabflüssen zu reduzieren. Dies führt dazu, dass das Gebiet durch ein Trennsystem (Schmutzwasser/Regenwasser) mit zentraler Regenwasserbehandlung entwässert werden soll. Um einen Rückstau in die bestehenden Gewerbegrundstücke – und damit die Überflutung von Betrieben – zu vermeiden, ist ein Kanalaustausch erforderlich, sobald die Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets etwa zu einem Drittel bebaut ist.

 

Zur Behandlung des Regenwassers sind weitere Anlagen auf der anderen Seite der Landesstraße 618 geplant: ein Regenklärbecken mit einem Volumen von 365 Kubikmetern, das entsprechend der Vorgabe der Wasserrechtsbehörde das Wasser aus der „Flurscheide I bis III“ aufnimmt, sowie ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 3.500 Kubikmetern. Das geklärte Wasser soll mit einer Geschwindigkeit von maximal 300 Litern pro Sekunde in den Kohlbach eingeleitet werden. Zusätzlich gibt es einen Notüberlauf, der einen Maximalablauf von 1.500 Litern pro Sekunde ermöglicht.

 

Die Wasserversorgung, die sowohl Trink- als auch Löschwasser bereitstellt, ist mit dem bestehenden Wasserversorgungsnetz verbunden. Dafür werden eine Ringleitung sowie zwei Stichleitungen hergestellt.

Der durch das Gebiet verlaufende Mörsbach, ein Gewässer II. Ordnung, wird – außer in Querungsbereichen – offen geführt und mit einem Gewässerrandstreifen von 2 Metern versehen.

 

Die Haupterschließungsstraße – eine neue Zufahrt von der Landesstraße 618 aus – wird mit einer Breite von 13,1 Metern ausgebaut. Am Rand der 6,5 Meter breiten Fahrbahn gibt es einen 3 Meter breiten Parkstreifen für Lkw. Für einen kombinierten Geh- und Radweg ist eine Breite von 3 Metern vorgesehen. Neu in die Planung aufgenommen wurde eine Wendemöglichkeit am Ende der Haupterschließungsstraße. An dieser Stelle ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Verlängerung der Straße zur Landesstraße 618 in Richtung Gochsheim denkbar. Für die Zufahrt in das neue Gebiet wird auf der Landesstraße 618 von Flehingen bzw. der Bundesstraße 293 kommend eine etwa 170 Meter lange Abbiegespur vorgesehen.

 

Hinweise gab es noch zur Nutzbarkeit der Parkstände, wenn diese durch die Zufahrten zu Betriebsflächen unterbrochen werden. Bei der Aufstellung des Bebauungsplans soll hierauf besonders geachtet werden.

Zum Abschluss nahm Gemeinderat die Planung zustimmend zur Kenntnis.